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Santa Maria
Die Insel Santa Maria, ist mit 92 km² die drittkleinsten Insel des Archipels.

Der erste Eindruck ist Ruhe und Friedlichkeit in angenehmer Atmosphäre, ganz so wie es den Azoren zu eigen ist.

Die Landschaft Santa Marias ist gekennzeichnet durch den Kontrast zwischen der Ebenheit der Westhälfte, wo sich der Flughafen und die Gemeinden Vila do Porto, São Pedro und Amalgreira befinden, und der wesentlich gebirgigeren Osthälfte mit den Gemeinden Santa Bárbara und Santo Espírito sowie dem höchsten Berg der Insel, dem Pico Alto.

Das Klima unterscheidet sich wenig von den übrigen Inseln. Doch da es sich um die südlichste Insel handelt, ist es hier trockener und sonniger und somit milder zu jeder Jahreszeit. Eine der markantesten Besonderheiten ist die verstreute Besiedlung mit ihren weißen Häusern typischer Architektur. Ins Auge springen die Schornsteine, deren Stil auf die ersten Siedler aus der Algarve und aus dem Alentejo zurückgehen.

Die Insel wurde 1427 als erste vom portugiesischen Seefahrer Diogo Silves entdeckt und wurde auch als erste besiedelt. Mit dieser ehrenvollen Aufgabe wurde der Komtur von Almourol, Frei Gonçalo Velho, beauftragt.

Vila do Porto war die erste Siedlung des Archipels, die sich in zwei unterschiedliche Teile aufgliedert: Im ersten, unterhalb der Mutterkirche, sind die ursprünglichen Straßenzüge nach mittelalterlichem Erscheinungsbild erhalten. Im zweiten und neueren Teil, oberhalb der Mutterkirche, ziehen sich die Behausungen an beiden Seiten einer langen und breiten Straße entlang.

Über die Insel verteilt ist ein architektonisch interessantes Kulturgut anzutreffen. Einige dieser Gebäude sind Marksteine der Geschichte Santa Marias und der Besiedlung der Azoren. Zu erwähnen sind:

Die Kirche Igreja da Nossa Senhora da Assunção, die heutige Mutterkirche von Vila do Porto, deren Bau Ende des 15. Jahrhunderts begonnen wurde;

der Konvent São Francisco, in dem heute einige Behörden untergebracht sind. Er wurde 1607 gegründet, 1616 von Piraten zerstört und 1725 wiederaufgebaut. Nebenan befindet sich die Kirche Igreja da Nossa Senhora da Vitória mit einem wertvollen Kachelbild aus dem 12. Jahrhundert, das die Wunder des Heiligen Antonius darstellt;

die Kirche Igreja da Misericórdia, erbaut vor 1536, in der sich ein Altarbild der Heiligen Isabella und ein Bild des Herrn am Kreuzweg befinden, eines der schönsten auf den Azoren;

die Festung São Brás, erbaut zum Schutz des Dorfes, und das Völkerkundemuseum in Santo Espírito, in denen interessante, einheimische Weber- und Töpferarbeiten zu sehen sind;

die Kapelle Nossa Senhora dos Anjos im Ort Anjos, wo die Mannschaft von Christopher Kolumbus auf der Rückreise nach der Entdeckung Amerikas betete;

die Kirche Igreja Nossa Senhora da Purificação in Santo Espírito mit ihrer verkachelten, barocken Fassade und Glockenturm, dem schönsten Gotteshaus der Insel. Der Bau geht auf das 16. Jahrhundert zurück;

die Gemeindekirchen von São Pedro und Almagreira, die Kapellen Nossa Senhora do Pilar und Nossa Senhora de Fátima sind interessante Gotteshäuser der religiösen Geschichte der Insel.


Die Küste ist stark zerklüftet. Landzungen und Buchten verleihen dem Küstenstreifen Santa Marias außergewöhnliche Eigenschaften zur Ausübung verschiedenster Wassersportarten.

Praia Formosa ist eine der großartigsten Buchten der Azoren mit weißem Sandstrand, der sich von Praínha bis Ponta de Malbusca erstreckt. Genau hier findet das gefeierte Musikfestival „Maré de Agosto" statt.

São Lourenço ist eine der schönsten Buchten des Archipels. Seine kleinen Strände, sein bezaubernder Küstenstreifen, wo das Mosaik der Basaltformationen mit dem Grün des Weins und dem Weiß der Behausungen abwechselt, machen diese Gegend zu einem der genüsslichsten, sommerlichen Aufenthaltsorte auf den Azoren. Gleich nebenan liegt die vorgelagerte Insel „Ilhéu do Romeiro". Sie besitzt einen natürlichen Kai und eine bizarre Tropfsteinhöhle.

Maia und Anjos gehören mit ihren natürlichen Schwimmbecken, klaren Gewässern und Fischreichtum zu den sommerlichen Attraktionen mit vorzüglichen Bedingungen für die Liebhaber des Meeres.

Es gibt zahlreiche Aussichtspunkte mit herrlichen Ausblicken über die Küste, wie Fontinhas, Lagoínhas, Espigão und Pico Alto, von wo aus man einen bezaubernden Überblick über fast die gesamte Insel erlangt.

Für die Liebhaber der Höhlenkunde, versehen mit entsprechender Ausrüstung und geleitet von einem Führer, eröffnen sich in Santa Maria Grotten, tiefe Felsspalten und Tunnel als Relikte vulkanischer Aktivität auf der Insel. Einen Besuch wert sind Santana, Baía do Cura, Cré, Água Velha und Nova sowie Faneca.

Die vorgelagerten Inseln Ilhéu das Lagoínhas, Ilhéu da Vila, Sul, Castelo und Praia de Lobos bestimmen das Bild der Küstenlandschaft Santa Marias.

Ebenso sind Figueral, Vinha Velha und Montegordo mit Fossilien aus der Tierwelt des Meeresgrundes reizvolle Orte für den Freund der Geologie.

In einer Entfernung von 37 km nordwestlich der Küste von Santa Maria erhebt sich eine interessante Inselgruppe namens Formigas, die aufgrund ihrer Abgelegenheit ein vorzüglicher Nist- und Brutplatz für zahlreiche Meeresvögel ist und gleichzeitig über eine reiche Meeresfauna verfügt. Zurecht genießen diese Inseln den Status eines Naturschutzgebietes.